Klimawandel in Norddeutschland?

Eine Veranstaltung der CDU Harburg Land

Klimawandel in Norddeutschland –

Was wissen wir und was müssen wir tun?

Der CDU-Kreisverband hatte eingeladen und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen zu Böttcher nach Nenndorf, um sich den Vortrag von Klimaforscherin Prof. Dr. Daniela Jacob anzuhören.

Prof. Daniela Jacob ist Leiterin des Climate Service Center Germany (GERICS). GERICS ist eine Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Dort werden wissenschaftlich fundiert Produkte und Dienstleistungen entwickelt, um Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. In ihrem Vortrag mit Unterstützung durch eine Power-Point-Präsentation erklärte Prof. Jacob eindrucksvoll und verständlich die Veränderungen des Klimas in Norddeutschland.  

Das Klima entsteht durch eine Abfolge des Wetters. Wir wissen, dass die Temperaturen kontinuierlich im Zeitraum von 1850 bis 2016 gestiegen sind. Die stärksten Veränderungen sind ab 1980 bis heute zu verzeichnen. Je höher die Temperaturen, desto mehr Regenfälle gibt es. Die Zeitspannen zwischen starken Regengüssen und

Trockenheit werden immer kürzer. Das Ergebnis in der Abfolge Regen/Trockenheit: Es ist zu nass.

Die Jahresmitteltemperatur in Deutschland lag im Zeitraum von 1961 bis 1990 um 8,2 Grad, von 1981 bis 2010 bereits um 8,8 Grad (die Ermittlungszeit beträgt immer 30 Jahre). Wir werden wärmere Winter bekommen, wobei sich die mittleren Temperaturen um null Grad einpendeln werden. Die Tagestemperaturen werden bei ca. null Grad liegen, die Nachttemperaturen bei oder leicht unter null Grad. Die Folge: Feuchtigkeit (es taut am Tag) zieht in Ritzen (Straßen) und gefriert nachts, so kommt es zu Straßenschäden.

Als einen anschaulichen Erfahrungswert zum Anstieg der Temperatur nennt Prof. Jacob den sog. „Forsythien-Kalender Lombardsbrücke“. 1970 begann die Forsythienblüte noch am 25. April, 2017 bereits am 23. März.

 

Anpassungsoptionen an Folgen des Klimawandels – Was ist notwendig, was ist machbar?

Wir müssen unser Wohnumfeld den thermischen Bedingungen anpassen, z. B. durch Öffnen und Endsiedelung von Hinterhöfen, durch hellere Straßenbelege und Baumaterialien für Häuser und viele Bäume und Grün in die Städte bringen. Als Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung von Flächen müssen Grünflächen und Feuchtgebiete und Kleingewässer angelegt werden. Die Infrastruktur ist abhängig vom Klimawandel, bei allen Maßnahmen muss die Wirkung des Klimawandels mitbedacht und die Weiterentwicklung von Klimaschutzkonzepten vorangetrieben werden. Alle Veränderungen helfen. Klimaschutz fängt bereits im Kleinen an.

Prof. Dr. Daniela Jacob ist Gastprofessorin an der Leuphana Universität Lüneburg, Fakultät für Nachhaltigkeit. Im Juni 2010 wurde Daniela Jacob zu einem der führenden Autoren des fünften IPCC-Sachstandsberichts (Arbeitsgruppe 2) ernannt. Derzeit ist sie eine der koordinierenden Hauptautoren des Sonderberichts des IPCC über die Auswirkungen der globalen Erwärmung um 1,5 ° C über dem vorindustriellen Niveau. Sie ist Mitglied in mehreren Komitees und Ex-officio Mitglied der "Earth League", einer internationalen Allianz prominenter Wissenschaftler aus erstklassigen Forschungseinrichtungen. Ihre Forschungsschwerpunkte und Interessengebiete sind die regionale Klimamodellierung und der Wasserkreislauf. Quelle: www.climate-service-center.de

Foto und Text: Brigitte Goetze