Gemeinsame Sitzung von Ortsrat und Ausschuss für Planung und Umweltschutz am 17.12.2018 im Fleester Hoff

 

Zentrales Thema war ein Bauvorhaben in Fleestedt im Bereich Marquardtsweg / Bürgermeister-Wittwer-Weg, das der Investor Steffen Lücking unter dem Titel "Fleester Sonnenschein" auf dem Gelände der "Villa de Planque" umsetzen möchte. Der Investor stellte sein Bauvorhaben beiden Gremien erstmals vor. Ein Bauantrag existiert noch nicht. Ca. 130 Bürger verfolgten interessiert die Sitzung. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde lieferten sie mit engagierten Fragen wichtige Beiträge.

 

Zum Bauvorhaben:

Im nördlichen Bereich sind 8 Mehrfamilienhäuser (zweigeschossig plus aufgesetztes Staffelgeschoss) mit je 10 Wohneinheiten geplant. Es soll sich um Mietwohnungen mit einem Betreuungsangebot handeln, die den speziellen Anforderungen für Seniorenwohnen genügen. Nach den Vorstellungen des Investors plant er kein Pflegeheim, sondern einen Ort, an dem ältere Menschen aus freiem Willen in einer individuellen eigenen Wohnumgebung gemeinsam leben können.

Im südlichen Bereich sind 2 Gebäude (zweigeschossig plus aufgesetztes Staffelgeschoss) mit jeweils 16 Eigentumswohnungen vorgesehen.

Konkrete Kennzahlen zur baulichen Ausnutzung der vorhandenen Flächen, zur inneren Ausgestaltung der Gebäude sowie Details zum Betreuungskonzept legte der Investor nicht vor.

 

Herr Rexroth (Leiter Bauamt Seevetal) erläuterte den rechtlichen Rahmen:

Kriterium für eine Baugenehmigung ist u.a. der aktuell gültige Bebauungsplan Fleestedt 9 aus dem Jahre 1977. Für den nördlichen Bereich sieht der Bebauungsplan eine eingeschossige offene, für den südlichen Bereich eine zweigeschossige geschlossene Bauweise vor.

Insbesondere die für den nördlichen Bereich vom Investor vorgesehene Bebauung ist durch den gültigen Bebauungsplan nicht abgedeckt und weicht hinsichtlich der Flächenausnutzung und Gebäudehöhe vom unmittelbaren baulichen Umfeld deutlich ab. Der Investor fordert daher, den gültigen Bebauungsplan so zu ändern, dass das von ihm geplante Bauvorhaben umgesetzt werden kann.

 

In der Aussprache innerhalb der beiden Gremien als auch im Rahmen der anschließenden Einwohnerfragestunde kamen u.a. folgende Punkte zur Sprache:

  • Grundsätzlich sei der Ansatz zu begrüßen, in Fleestedt eine seniorengerechte Wohnanlage zu bauen.
  • Die baulichen Dimensionen der Gebäude werden jedoch kritisch gesehen. Insbesondere passe die Bauhöhe nicht in das Umfeld.
  • Das Bauvorhaben habe Inselcharakter und passe nicht in ein weitgehend vom örtlichen Stil geprägtes Umfeld.
  • Der Verlust der – wenn auch derzeit weitgehend verwilderten – abzuholzenden Grünzone werde bedauert.
  • Die Straßen Marquardtsweg, Bürgermeister-Wittwer-Weg und Marquardtsstieg seien nicht ausgelegt, die zusätzlichen Verkehre aufzunehmen. Die Situation auf den Straßen sei teilweise bereits jetzt eine Zumutung sowohl für die Verkehrsteilnehmer als auch für die Anlieger. Fußgänger, Fahrradfahrer und Autos müssten die Flächen gemeinsam nutzen. Das Unfallrisiko – insbesondere bei zunehmendem Verkehr – steige weiter an.
  •  Eine zufriedenstellende Lösung der Parksituation in den Straßen sei nicht erkennbar.
  • Das Entwässerungsproblem sei ungelöst, würde aber vom Investor in Angriff genommen werden.
  • Die unmittelbare Zuwegung zum Grundstück sei noch nicht zufriedenstellend gelöst.
  • Andere Bauinteressenten mussten auf der Basis des damals gültigen Bebauungsplanes bauen. Wenn der Bebauungsplan jetzt für das neue Bauvorhaben geändert würde, könnten sich diese anderen Bauinteressenten dann auf den neuen Plan berufen?
  • Da der Investor beabsichtigt, zusätzliche Flächen im unmittelbaren Umfeld des Bauvorhabens zu erwerben und zu bebauen, fehle ein Gesamtkonzept für die Region.
  • Die Vorgehensweise, das Bauvorhaben durch medienwirksame Veröffentlichungen (wie Broschüren, Flyer, Interviews, persönliche E-Mails an Funktionsträger) bereits vor einer Information der zuständigen Gremien und deren Befassung mit dem Bauvorhaben werbewirksam zu promoten, werde von vielen als äußerst aggressiv und unangemessen empfunden.

 

Die CDU/FDP-Gruppe im Gemeinderat Seevetal beantragte, das in der aktuellen Sitzung den Gremien erstmals vorgestellte Bauvorhaben zunächst zur Beratung in die Fraktionen zu geben, damit diese sich einen eigenen Standpunkt dazu bilden können. Im Anschluss sollten die beiden Gremien wieder zusammenkommen und eine gemeinsame Aussage zum Bauvorhaben abgeben. Der Antrag wurde in beiden Gremien mehrheitlich angenommen. Der Antrag, sofort abschließend über die Beschlussvorlage zur Überarbeitung des Bebauungsplanes Fleestedt 9 abzustimmen, entfiel damit.

 

Insgesamt ist festzustellen, dass kaum ein Projekt der vergangenen Jahre in Fleestedt so viele Emotionen und Diskussionen – insbesondere auch durch die betroffenen Anlieger – hervorgerufen hat. Dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass Fleestedt viele mündige, engagierte Bürgerinnen und Bürger hat.

Dr. Michael Meißner

 

CDU-2018-12-17 Sitzung OR und Ausschuss
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